21. Juni 2024

Direkt nach der Sommerpause startete das CoCre-HIT-Team wieder mit der inzwischen sehr beliebten Veranstaltungsreihe. So fand am 12. September die bereits 8. Forschungswerkstatt der Förderlinie „Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituationen“ statt. 
Unter dem Titel „Die Kunst des Verstehens - Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Technikentwicklungsprojekten“ wurden dieses Mal über die Chancen und Herausforderungen, die die Zusammenarbeit von verschiedenen Disziplinen in Technikentwicklungsprojekten entstehen, diskutiert. 

Gestartet wurde die Runde mit einem Austausch über die Fragen „Was motiviert mich heute dabei zu sein?“ und „Welche drei Hashtags verbinden Sie mit interdisziplinärer/interprofessioneller Arbeit?“. Hier zeigte sich bereits das starke Interesse am Thema durch die Vielzahl an Motiven, welche z. T. über die drei genannten Hashtags gut dargestellt werden konnten.  

Nach einem kurzen Überblick über die Relevanz, Herausforderungen und Gelingensbedingungen im Kontext interdisziplinärer Zusammenarbeit in partizipativen Technikentwicklungsprojekten wurden in Breakout-Sessions mögliche Reibungspunkte, die durch die jeweiligen disziplinären Perspektiven entstehen können, diskutiert. Erörtert wurden Konfliktpotenziale rund um die Themen Kommunikation, Sprache, Kultur, Projektziele, Denkweisen sowie disziplin-spezifische (vermutete) Wahrnehmungen. Unter anderem wurde auch über die zunehmende Relevanz interdisziplinärer Zusammenarbeit aufgrund zunehmender Komplexität von Themen diskutiert, die sich in einem interdisziplinären Team leichter bearbeiten lassen. 

Ein Highlight des Formates war auch dieses Mal wieder ein toller Inputvortrag. Unter dem Titel „Die Kunst des Verstehens... und die politische Ökonomie der Teilhabe“ referierte Dr. Mone Spindler über integrative Forschung und ethische Aspekte in Technikentwicklungsprojekten. Mone Spindler ist Soziologin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Dort baut sie aktuell den Forschungsschwerpunkt Integrative Forschung und Innovation auf. Sie ist Co-Sprecherin der BMBF- Clusters Integrierte Forschung und leitet mehrere Projekte, u.a. ein Projekt zu ethischen und sozialen Aspekten Integrierter Forschung (ESTER) und das Begleitprojekt EGAR der Robotik Förderlinie der Baden-Württemberg Stiftung. 

Mone Spindler startete mit den Herausforderungen im Kontext interdisziplinärer Forschung und verwies bspw. auf ein von ihrer Arbeitsgruppe entwickeltes Handbuch aus dem Projekt INTEGRAM, in dem sich forschungspraktisches Wissen zur Bewältigung dieser Herausforderungen findet. Als wichtigen Aspekt stellte sie „Methodenreflexivität“ heraus: Methoden sollten immer wieder kritisch reflektiert werden – nicht nur die Anwendung, sondern auch die Entwicklung dieser. Des Weiteren berichtete sie über kollaborative Experimente aus ihrer Arbeitsgruppe und über die Notwendigkeit von Empowerment, Vernetzung und der Professionalisierung von „Integration Workers“. 

Wie umfassend und komplex „Transdisziplinäres Verstehen“ selbst ist, wurde durch ihren Vortrag deutlich, ebenso wie uns viele Aspekte bekannt vorkamen. Anschließend gings nochmal in Breakout Rooms, wo über den Umgang mit Herausforderungen interdisziplinärer Zusammenarbeit und mögliche Lösungsstrategien diskutiert wurde. 

Hierbei ging es um die Themen Remote vs. Präsenztreffen im Kontext interdisziplinärer Projektarbeit, zeitökonomische Aspekte und Ressourcen, förderstrukturelle Herausforderungen und einige weitere relevante Themen rund um interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die abschließende Diskussionsrunde war von dem inspirierenden Inputvortrag geprägt und die Diskussionszeiten kamen uns wiedermal viel zu kurz vor.