16. April 2024

In der Förderlinie "Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituationen" sind fünf weitere vielversprechende Projekte gestartet: "KoVit", "Post-COVID E-Doc", "HINT", "EPSILON" und "TeleDiag@Smart". Die Forschung in diesen Projekten konzentriert sich darauf, hybride Interaktionssysteme zur Unterstützung der Diagnose von gesundheitlichen Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung zu entwickeln. In unserem gemeinsamen digitalen Kickoff-Meeting am 03. November 2023 hatten die Projekte nun zum ersten Mal die Chance, sich und unser Begleitforschungsprojekt CoCre-HIT kennenzulernen. Konkret befassen sich die Projekte mit den folgenden Themen:

Post-COVID E-Doc:

Das Projekt "Post-COVID E-Doc" stellt einen innovativen Ansatz zur Verbesserung der Versorgung von Post-COVID (PC)-Betroffenen dar. Durch Televisiten mit Patienten, Kontrolle der Diagnosen und Datenqualität sowie biomechanische Analysen und Modellbildung, einschließlich eines lernfähigen Systems, zielt das Projekt darauf ab, die spezifischen Bedürfnisse von PC-Betroffenen zu verstehen. Herausforderungen wie die Verbesserung der Versorgung und die Entwicklung eines Betroffenheitsscores werden aktiv angegangen.

HINT:

Das Projekt "HINT" setzt auf hybride interaktive Avatare für Post-COVID-Syndrom (PCS)-Betroffene. Mit einer speziellen Sprechstunde für PCS-Betroffene und dem Einsatz grafischer Avatare sowie Wearables und Smart Devices zur Datenaufnahme, strebt das Projekt danach, die individuellen Herausforderungen von PCS zu überwinden. Die Entwicklung eines Motivationskonzepts, das die hohe Zugangshürde überwindet, steht dabei im Fokus.

KoVit:

"KoVit" setzt auf eine innovative Methode zur schnelleren Erkennung psychosozialer Folgen des Post-COVID-Syndroms (PCS). Durch die optische Messung von Vitalparametern und ein Symptomtagebuch werden relevante Daten gewonnen. Ziel des Projekts ist es, gezielte therapeutische Interventionen abzuleiten und so die Nachsorge von Post-COVID-Erkrankungen zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Essen und der Post-COVID-Ambulanz werden praxisnahe Lösungen entwickelt.

TeleDiag@Smart:

Zur ganzheitlichen und interdisziplinären Symptomerfassung erweitert das im Projekt "TeleDiag@Smart" forschende Team das interaktive und auf Künstlicher Intelligenz (KI) beruhende System ADELE. Ziel ist, dass Patientinnen und Patienten eigenständig und kontinuierlich eine Vielzahl von Zustandsbeschreibungen und Symptomen über das System erfassen – per Spracheingabe sowie durch passives Monitoring der Vitalparameter. Das System leitet die Daten dann nahtlos an das Gesundheitspersonal zur Analyse weiter. Diese Art der Symptomerfassung ermöglicht präzise Diagnosen. So lassen sich frühzeitig adäquate Therapien einleiten und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern. Das Forschungsteam setzt partizipative und qualitative Methoden im klinischen und häuslichen Kontext ein, um sicherzustellen, dass die entwickelten Lösungen den Bedürfnissen des Gesundheitspersonals und der Patientinnen und Patienten entsprechen.

EPSILON

Das Projekt "EPSILON" konzentriert sich auf die Charakterisierung von verschiedenen Subtypen des Post-COVID-Syndroms und hat als Kernziel die Entwicklung eines Charakterisierungs-Modells. Neben der Sichtbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit strebt das Projekt die Vernetzung mit anderen Projekten an, um Synergien zu nutzen und die Ergebnisse in Verbindung mit anderen Stakeholdern zu bringen.

Nach kurzen Präsentationen der jeweiligen Projekte, haben wir unsere bisherigen Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit den bestehenden Verbundprojekten der Förderlinie vorgestellt. Die Kickoff-Veranstaltung bot außerdem Raum für das Onboarding der Projekte, bei dem wir die Beteiligten mit unseren digitalen Tools, Methoden und Formaten vertraut machten.

In den Diskussionen betonten die Projekte die Wichtigkeit der Vernetzung und des Austauschs, wobei hervorgehoben wurde, dass sie keine Konkurrenten sind, sondern zusammenarbeiten müssen, um den größtmöglichen Nutzen für die Patient*innen zu erzielen. Dabei wurde auch auf die Herausforderungen von Selbsthilfegruppen hingewiesen und die Bedeutung der kurzen Wege der Forschungsprojekte unterstrichen, da diese zu großen Teilen in der Rhein-Ruhr-Region liegen. Daher zeigten die Beteiligten ein besonderes Interesse an informellen Austauschformaten, flexiblen Uhrzeiten für Meetings und die Herausforderungen im Umgang mit medizinischen Daten und Datenschutz.

Die Projekte werden in den kommenden Forschungswerkstätten weiterhin ihre Fortschritte teilen und voneinander lernen, um gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen von Post-COVID-Syndromen zu entwickeln.