16. April 2024

Unser Verbundprojekt HIVAM setzt mit der Entwicklung und Erforschung einer immersiven MR-basierten Telemedizin-Plattform an, welche menschliche Intelligenz von realen Gesundheitsexpert:innen mit hybriden Avatar/Assistent-Modellen vereint. Dadurch können Patient:innen mit realen Gesundheitsexpert:innen ohne physischen Kontakt über deren virtuellen Avatar oder intelligente virtuelle Agenten multimodal interagieren und das Gefühl von räumlicher und sozialer Präsenz sowie Co-Präsenz erhalten. Dies ermöglicht eine kontaktlose Erfassung und Übertragung von Gesundheitsdaten sowie Diagnostik, Monitoring und Therapie. Neben der ergänzenden Behandlung über eine telemedizinische Plattform entsteht so ein KI-basiertes Assistenzsystem zur Entscheidungsunterstützung, welches auch die gesundheitliche und pflegerische Versorgung verbessert, die Folgen sozialer Isolation und psychischer Belastungen adressiert und vor-Ort-Beratung, -Visite und -Behandlung optimieren kann. 

Kooperationspartner*innen in HIVAM 

  1. Universität Hamburg – Human Computer Interaction // Koordination + Forschungsprototyping 
  2. Universität Hamburg – Ethics in IT // Ethic Workshops 
  3. Hochschule Düsseldorf // Avatar Erstellung 
  4. Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf // Expertenwissen 
  5. Sympatient // Domainexpert 
  6. ApoQlar // Softwareentwicklung und Verwertung 

Projektziele des Forschungsprojekts

  Sprachmodelle und Avatare verbinden um intelligente virtuell Agenten zu erstellen die Patient:innen und Expert:innen bei Aufgaben in psychotherapeutischen Kontexten unterstützen. Wir wollen einen Hybriden Ansatz verfolgen, der es ermöglicht, synchrone und asynchrone Kommunikation über Teleplattformen zu ermöglichen und die Verfügbarkeit von Aufnahme und Therapie zu verbessern. Außerdem wollen wir ethische Fragestellungen im Bereich der LLMs im empfindlichen medizinischen Bereich der Psychotherapie durch mehrere projektöffentliche Workshops beleuchten.

Relevanz von Partizipation und Co-Creation im Projekt HIVAM 

 Durch eine großangelegte Anforderungsanalyse mit der Einbindung von relevanten Stakeholdern können wir umfänglich abtasten, welche Themen wichtig sind und kritisch betrachtet werden müssen. Der durchgehende Austausch während des Projekts ist 

unumgänglich, damit neue Forschungserkenntnisse und Entwicklungen auf kurzen Wegen von den Beteiligten Nutzergruppen bewertet werden können um schneller ins Projekt zu fließen. Die kontinuierliche Partizipation von den Projektpartnern, aber auch externen Expert:innen und Nutzer:innen, lässt alle das Projekt in der Gesamtheit verstehen und die Entwicklung verständlich nachverfolgen. 

Relevante Personengruppen

Wir binden Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen, Patient:innen (aktuelle, ehemalige und potenzielle) sowie technisches Personal in den Prozess ein. Insbesondere greifen wir dabei auf die Kapazitäten des UKE zurück, bei der es bspw. auch eine Gruppe von Peers gibt, die uns bei der Entwicklung bereits mit Feedback unterstützen konnten. 

Mögliche Herausforderungen im Forschungskontext

Das Themengebiet an sich ist ethisch betrachtet sehr empfindlich. Die Natur von Sprachmodellen garantiert zurzeit keine mitfühlsamen Antworten oder die Einhaltung konkreter Regeln. Personen über ihre persönlichsten Probleme sprechen zu lassen und diese Interaktionen auszuwerten verlangt eine sehr transparente und offene Kommunikation, sowie viel Vertrauen und Verständnis von Nutzer:innen. 

Positive Beispiele von Co-Creation im eigenen Projekt

Technische Entwicklungen und Ideen für Prototypen werden auf Papier oft kritisiert und mit großer Skepsis diskutiert. Insbesondere die automatische Verarbeitung und „Natur“ der Sprachmodelle ist nicht allen direkt zugänglich. Die Möglichkeit Interessierte direkt mit funktionierenden Prototypen in Kontakt zu bringen, auf Fragen einzugehen und Zweifel aufzuklären war für alle Beteiligten Projektpartner:innen von großem Vorteil. 

Herausforderungen durch Partizipation im eigenen Projekt

Die Zusammenarbeit verschiedenster Fachbereiche und Unternehmen zeigt schnell auf, wie stark einzelne Ziele auseinandergehen können. Allerdings zeigte diese Erkenntnis auch auf, wie viele Lösungsansätze es gibt, und ermöglichte fruchtbaren Meinungsaustausch an dem das Projekt als Ganzes wachsen konnte. 

Zusammenarbeit mit CoCre-HIT

Das Begleitprojekt bietet uns einen direkten Draht zu den anderen Projekten mit ähnlichen Zielen und Lösungsansätzen. Es ist unkompliziert auf andere einzugehen und Themen in großer Runde, bspw. in Forschungswerkstätten zu bearbeiten und allgemeinen Ideenaustausch zu verstärken. In einzelnen Projekten selbst mögen einzelne Fachbereiche unterrepräsentiert sein, aber übergreifend mit den anderen Projekten kann auch hier ein Austausch stattfinden. 

Wir nehmen das Angebot, unser Wissen über Co-Creation zu vertiefen immer dankend an, aber haben keine konkreten Gebiete, auf die wir zurzeit verstärkt Wert legen würden. 

Weitere Informationen unter:

https://www.hivam.de/